Sekundarstufe I
Nach der Primarstufe werden die Schüler*innen von der 5. bis zur 10. Klasse in der Sekundarstufe I unterrichtet – entweder im Bereich der Hauptschule oder der Förderstufe.
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In der Sekundarstufe I lernen unsere Schüler*innen entsprechend ihrer individuellen Voraussetzungen in unterschiedlichen Bereichen und Bildungsgängen. Wir unterscheiden dabei zwischen den Bereichen Hauptschule und Förderstufe. In beiden Bereichen können Schulabschlüsse erreicht werden. In der Hauptschule stehen der Erwerb eines Schulabschlusses und die weitere schulische oder berufliche Laufbahn im Mittelpunkt, während die Förderstufe stärker praxis- und lebensweltorientiert ausgerichtet ist.
Ein Wechsel zwischen den Bereichen ist grundsätzlich möglich und wird individuell geprüft.
Unabhängig davon verfolgen wir gemeinsame Ziele: Wir stärken die Selbstständigkeit, die Persönlichkeitsentwicklung, die kommunikativen Kompetenzen und die soziale Teilhabe unserer Schüler*innen und bereiten sie auf ihren weiteren schulischen und beruflichen Weg vor.
Der Unterricht orientiert sich am Lehrplan der Hauptschule sowie an den Richtlinien für den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung des Landes NRW. Ergänzend dazu bilden die „Grundlegenden Kompetenzen des Förderschwerpunkts Sehen“ eine wichtige Grundlage. Dabei handelt es sich um einen spezifischen Lehrplan für Schüler*innen mit Blindheit oder Sehbeeinträchtigung. Dazu gehören unter anderem:
die Förderung der visuellen und taktilen Wahrnehmung
das Erlernen der Brailleschrift
digitale Kompetenzen
Lebenspraktische Fertigkeiten
Orientierung & Mobilität
Der Unterricht wird dabei individuell angepasst, sodass alle Schüler*innen entsprechend ihrer Voraussetzungen erfolgreich lernen können.
So schaffen wir die Grundlage für eine positive schulische Entwicklung und einen gelingenden Übergang in die Zeit nach der Schule.
Der Bereich Hauptschule bereitet die Schüler*innen gezielt auf ein selbstständiges Leben sowie auf eine Berufsausbildung oder den Besuch einer weiterführenden Schule vor.
Der Unterricht findet in den Klassen 5 bis 10 in weitgehend jahrgangshomogenen Klassen statt. Die Klassen sind bewusst klein gehalten und werden von einem festen Klassenteam aus zwei Lehrkräften begleitet.
Die Klassen 5 und 6 bilden die Erprobungsstufe, in der die Schüler*innen besonders intensiv beobachtet und gefördert werden. Am Ende dieser Phase wird gemeinsam entschieden, wie der weitere Bildungsweg gestaltet wird.
Der Unterricht erfolgt nach den Richtlinien der Hauptschule. Darüber hinaus werden auch Schüler*innen im Bildungsgang Lernen unterrichtet, die einen Hauptschulabschluss anstreben.
Im Mittelpunkt stehen die fachliche Bildung sowie der Erwerb eines Schulabschlusses (ESA, EESA, MSA) und die Vorbereitung auf eine Berufsausbildung oder den Besuch einer weiterführenden Schule.
Die Schüler*innen erwerben grundlegende schulische Kompetenzen und werden gezielt auf ihren weiteren Bildungsweg vorbereitet. Dabei werden sie auch schrittweise an Anforderungen der Arbeitswelt herangeführt.
Die Förderstufe ist ein eigener Bereich der Sekundarstufe I. Hier werden Schüler*innen mit den Förderschwerpunkten Lernen oder Geistige Entwicklung unterrichtet.
Ziel ist es, die Schüler*innen in ihrer individuellen Entwicklung bestmöglich zu unterstützen und sie zu einem möglichst selbstständigen Leben in Alltag, Gesellschaft und Beruf zu befähigen.
In der Förderstufe lernen die Schüler*innen in jahrgangsübergreifenden Klassen. So können wir flexibel auf unterschiedliche Lernstände eingehen und individuelle Entwicklungsverläufe begleiten.
Die Förderung erfolgt über mehrere Jahre hinweg und orientiert sich zunehmend an den jeweiligen Förderschwerpunkten.
Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Lernen arbeiten auf Grundlage der Richtlinien der Hauptschule und können – wie in der Hauptschule – einen Abschluss (ESA oder LE10) erreichen.
Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung wechseln in die Abschlussstufe. Dort werden sie gezielt auf ihre zukünftige Lebens- und Arbeitssituation vorbereitet. Im Mittelpunkt stehen Kompetenzen in den folgenden Lebensbereichen:
Arbeit und Beruf
Freizeit
öffentliches Leben
Persönlichkeit und soziale Beziehungen
Wohnen
Die gelernten Kompetenzen werden vorwiegend praktisch angewandt und vertieft. Die Schüler*innen werden schwerpunktmäßig auf die Arbeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung oder auf die Beschäftigung in Integrationsbetrieben vorbereitet. Die Schüler*innen erwerben in der Regel den Abschluss im Bildungsgang Geistige Entwicklung (GG).
Der Unterricht in der Förderstufe ist besonders praxisorientiert und eng an den Anforderungen des Alltags und der späteren Lebens- und Arbeitssituation ausgerichtet. Viele Lerninhalte werden direkt im Alltag angewendet und eingeübt.
Typische Lern- und Erfahrungsfelder sind:
Werkstatttage
Mitarbeit in Schüler*innenfirmen (z. B. Café oder Brötchenservice)
Schulgartenarbeit
Praktika ergänzen diese Erfahrungen und ermöglichen Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche.
Einige zentrale Inhalte prägen den Unterricht in beiden Bereichen gleichermaßen.
Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Vorbereitung auf das Leben nach der Schule. Die Schüler*innen sammeln praktische Erfahrungen und lernen, sich in verschiedenen Lebensbereichen sicher zu bewegen. Dazu gehören unter anderem:
Praktika und Einblicke in verschiedene Berufsfelder
Bewerbungstraining und Vorbereitung auf den Übergang in Ausbildung oder Arbeit
praxisorientierte Lernangebote im Schulalltag
Auch das soziale Lernen spielt eine wichtige Rolle. Die Schüler*innen stärken ihre sozialen Kompetenzen und lernen, Verantwortung zu übernehmen und sich in der Gemeinschaft zu behaupten.
Ergänzt wird der Unterricht durch vielfältige Angebote:
Arbeitsgemeinschaften (z. B. Schulband, Torball, Hauswirtschaft, Coding)
Klassenfahrten
Lesewettbewerb und Lesetag
Lernangebote an außerschulischen Lernorten
Assistive Technologien wie Bildschirmlesegeräte, Vergrößerungssoftware, Screenreader und Braillezeile werden selbstverständlich im Unterricht der Hauptschule und Förderstufe eingesetzt.
Die Schüler*innen können verschiedene Hilfsmittel kennenlernen und ausprobieren. Die Schule unterstützt die Familien bei der Auswahl und Beantragung von geeigneten Hilfsmitteln.
Auch das digitale Lernen und Arbeiten ist fest im Schulalltag verankert. Die Schüler*innen nutzen iPads und Laptops und erwerben grundlegende Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien. Dazu gehört auch das Schreiben mit dem 10-Finger-System sowie die sichere Bedienung des Computers über Tastaturbefehle.
Die individuelle Förderung ist ein zentrales Prinzip unseres Unterrichts.
Je nach Lernvoraussetzungen werden Inhalte, Methoden und Anforderungen angepasst. Dazu gehört auch ein individueller Nachteilsausgleich, beispielsweise durch eine Verlängerung der Arbeitszeit bei Klassenarbeiten.
Die Unterrichtsmaterialien werden gezielt aufbereitet, um allen Schüler*innen einen optimalen Zugang zu ermöglichen. Dazu gehören unter anderem:
Einsatz verschiedener Punktschriftsysteme
digitale Dateien nach E-Buch-Standard
individuelle Veränderungen von Schwarzschriftvorlagen
eindeutiges und klares Bildmaterial
Strukturierungshilfen
taktile Abbildungen
dreidimensionale Modelle
auditive Medien
Ergänzt wird dies durch individuell gestaltete Arbeitsplätze. Darüber hinaus bestehen Förderangebote in den Bereichen:
Orientierung & Mobilität
Lebenspraktische Fertigkeiten
Unterstützte Kommunikation (bei Bedarf)