Geschichte der Schule
1842–1844 Gründung der Elisabeth-Stiftung und Errichtung der Blindenanstalt
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- Statuten der Elisabeth-Stiftung für Blinden-Unterricht in der Rheinprovinz (1)
Aus Anlass des Besuchs König Friedrich Wilhelms IV. mit seiner Frau Elisabeth im Rheinland wird der Königin zu Ehren eine Stiftung gegründet. Mit der Elisabeth-Stiftung wird der Zweck verfolgt, „bildungsfähige Blinde der Rheinprovinz zu erziehen und durch Schulunterricht, sowie durch Aneignung von Geschicklichkeiten, zu nützlichen Bürgern des Staates zu bilden“ (Statuten der Elisabeth-Stiftung für Blinden-Unterricht in der Rheinprovinz, gedr. 1844). Als der Dürener Rudolf Schenkel der Stiftung das ehemalige Jesuitenkloster kostenlos zur Verfügung stellt, entscheidet man sich dazu die Blindenanstalt in Düren zu errichten.
1845 - 13. November: Eröffnung der Blindenanstalt
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- Grundriss der mittleren Etage des ehemaligen Jesuitenklosters (2)
Die Blindenanstalt wird im ehemaligen Jesuitenkloster am Geburtstag der Königin Elisabeth mit sechs Schüler*innen eröffnet. Aufgenommen werden Schüler*innen im Alter von neun bis vierzehn Jahren.
1862
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- Das ehemalige Jesuitenkloster in der Jesuitengasse (3)
Der Provinzial-Landtag erhebt die Anstalt als „Provinzial-Blindenanstalt“ zu einer Provinzialeinrichtung.
1876
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- Das Gelände der Provinzial-Blindenanstalt mit dem Vorschulhaus, dem Mädchenhaus, dem Wirtschaftsgebäude und dem Knabenhaus (4)
Umzug in die Gebäude nördlich der Stadt Düren an der heutigen Meckerstraße, die ursprünglich für Irrenanstaltszwecke erbaut wurden. Die Gebäude befinden sich auf einem Gelände von 3,75 Hektar Größe. Es leben bereits 120 Schüler*innen in der Blindenanstalt.
1879
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- Schülerin liest Punktschrift (5)
Der Berliner Congress erkennt die Braille‘sche Punktschrift als die beste Blindenschrift an. Im selben Jahr wird die Brailleschrift in allen Schulklassen eingeführt.
1888
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- Unterricht in der Vorschule in den 20er Jahren (6)
Eröffnung einer Vorschule mit 20 Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren.
1899
Eintritt der Cellitinnen in den Dienst der Blindenanstalt. Sie führen den Haushalt, sorgen für die Reinhaltung der Räume und leisten Wärterdienste bei den blinden Schüler*innen. Die Cellitinnen sind bis 1968 in der Anstalt tätig.
1907–1908
Erweiterung der Blindenanstalt auf neun Gebäude mit über 200 Schüler*innen:
• ein Pförtnerhaus mit der Wohnung des Warenverkäufers, eine Buchbinderei, eine Druckerei
• ein Hauptgebäude mit Klassenräumen, Arbeitssälen, eine Schlosserei, eine Schusterei und eine Schneiderei, die Aula und die Dienstwohnung des Direktors sowie die Klausurräume der Schwestern
• ein Knabenhaus
• ein Mädchenhaus
• ein Vorschulhaus
• eine Turnhalle
• ein Wirtschaftsgebäude mit Baderäumlichkeiten
• ein Lazarettgebäude mit Untersuchungszimmern von Ärzten und einer Zahnklinik
• ein Maschinenhaus
1918
Während des Ersten Weltkriegs wird die Blindenanstalt zwischenzeitlich als Lazarett von verschiedenen Truppen belegt.
1928
Errichtung eines neuen großen und modernen Schulgebäudes mit Aula und Hallenschwimmbad
1944/1945
Die Gebäude der Blindenanstalt werden während des Zweiten Weltkriegs beschädigt und zerstört. Die Schule wird am 6. Juli 1944 vorübergehend geschlossen. Nach Kriegsende beginnen die Aufräumarbeiten.
Um 1950
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- Theodor Düren mit einem Kind bei der Frühförderung (12)
Beginn der Früherziehung blinder vorschulpfichtiger Kinder
Bis 1970
Umfangreiche Baumaßnahmen im Schulhaus, den Sportstätten und bei den Internatshäusern.
In den 70er Jahren
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- Schüler*innen mit Komplexer Behinderung beim Spielen (17)
Die ersten blinden Kinder und Jugendlichen mit Komplexer Behinderung werden offziell als Schüler*innen aufgenommen.
Zudem wird die erste therapeutische Fachkraft, eine Physiotherapeutin, eingestellt.
1986
Begleitung der ersten blinden und sehbehinderten Schüler*innen in allgemeinbildenden Schulen (Integration).
In den 80er Jahren
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- Schülerin beim Schulreiten Auge in Auge mit dem Pferd
Einführung des Schulreitens.
1991
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- Behindertengerechtes Schwimmbad mit Hubboden
Die Schule erhält ein neues behindertengerechtes Schwimmbad.
1999
Blinde und sehbehinderte Schüler*innen werden gemeinsam beschult. Die ersten sehbehinderten Schüler*innen besuchen die Schule.
1999
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- Die Küche des Hauswirtschaftszentrums
Errichtung des Hauswirtschaftszentrums über dem alten Schwimmbad.
2005
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- Schüler bei der Einzelförderung mit dem Therapiebegleithund Pitti
Der erste Therapiebegleithund „arbeitet“ an unserer Schule.
2006
Entstehung des Medienzentrums, welches Schulbücher blindengerecht aufbereitet und den Schulen im Rheinland zur Verfügung stellt.
2007
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- Blick auf das Schulgebäude mit dem Blindenleitsystem
Im Rahmen einer Wegesanierung wird ein Blindenleitsystem auf dem Schulgelände eingerichtet.
2007
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- Das Logo der LVR-Louis-Braille-Schule Düren
Die Blindenschule wird umbenannt in „LVR-Louis-Braille-Schule – Förderschule Sehen“ im Gedenken an den Gründer der Blindenschrift.
2009
Im Louis-Braille-Jahr nimmt auch die LVR-Louis-Braille-Schule mit verschiedenen Aktionen teil. Es findet die Aktion „Louis-Braille – auf den Punkt gebracht“ zusammen mit der Gesamtschule Merzenich/ Niederzier unter Mitwirkung der Löschgruppe Birkesdorf statt, zudem wird an der Schule der „Louis-Braille-Tag“ gefeiert.
2009
Zertifzierung zur „Nationalpark-Schule“.
2010
Die LVR-Louis-Braille-Schule nimmt an der Pilotphase „Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung“ des Landes NRW teil. Die Pilotphase endet 2015.
2017
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- Schülerin bei der Orthoptistin
Der LVR-Louis-Braille-Schule steht eine Orthoptistin in allen Fragen rund um das Sehvermögen der Schüler*innen zur Seite.
2019
Die erste Klasse für Schüler*innen mit Taubblindheit und Hörsehbehinderung seit dem Zweiten Weltkrieg wird gegründet.
2020
Die LVR-Louis-Braille-Schule feiert ihr 175jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass erscheint eine Festschrift (PDF, 7,24 MB) .
Bildnachweise des Beitrags „Die Geschichte der Schule“:
- (1) Mit freundlicher Genehmigung des Archivs des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR)
- (2) Mit freundlicher Genehmigung des Archivs des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR)
- (3) Aus „150 Jahre Blindenbildung in Düren“ (Fotograf unbekannt)
- (4) Mit freundlicher Genehmigung des Archivs des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR)
- (5) Fotokartei der LVR-Pressestelle, Fotograf Gregor Kierblewsky (LVR)
- (6) Foto aus „Die Rheinische Provinzial-Verwaltung. Ihre Entwicklung und ihr heutiger Stand“ 1925, S 237
- (7) Foto aus „Die Rheinische Provinzial-Verwaltung. Ihre Entwicklung und ihr heutiger Stand“ 1925, S. 231
- (8) Foto aus „Preisverzeichnisse für von Blinden hergestellte Erzeugnisse“
- (9) Foto aus „Die Rheinische Provinzial-Verwaltung. Ihre Entwicklung und ihr heutiger Stand“ 1925, S. 233
- (10) Foto aus „Der LVR“ 1958, S. 193
- (11) Fotokartei der LVR-Pressestelle, Fotograf Gregor Kierblewsky (LVR)
- (12) Foto Pressestelle des LVR (Kierblewsky/Ströter)
- (13) Fotokartei der LVR-Pressestelle, Fotograf Gregor Kierblewsky (LVR)
- (14) Fotokartei der LVR-Pressestelle, Fotograf Gregor Kierblewsky (LVR)
- (15) Foto Pressestelle des LVR (Kierblewsky/Ströter)
- (16) Fotokartei der LVR-Pressestelle, Fotograf Gregor Kierblewsky (LVR)
- (17) „Blindenschule im Bild“, mit freundlicher Genehmigung des Archivs des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR)