Kurs „Selbstverteidigung mit und ohne Stock“

im Kurshaus Düren/Aachen

„Die Windmühle“, „der Köpper“ und „der Nikolaus“ haben seit dem Wochenende für 9 Schüler*innen der LVR-Louis-Braille-Schule, Düren und der LVR-Johannes-Kepler-Schule, Aachen eine neue Bedeutung bekommen. Unter diesen Namen haben sie am 10. und 11. Juli 2026 in einem achtstündigen Kurs von Trainer Carsten Prüssner Griffe gezeigt bekommen, mit denen sie sich aus diversen unschönen Situationen befreien können. Situationen, in denen sie z.B. in den Schwitzkasten genommen, an den Händen festgehalten oder auch am Hals gefasst werden. Auch Griffe zur Nutzung des Blindenstocks, um sich aus brenzligen Situationen zu befreien, waren dabei.

Wurde anfangs noch freundlich darum gebeten: „Lassen Sie mich bitte los!“ hatten die Teilnehmer*innen bald verstanden, dass auch die Stimme, mit der man die Aufmerksamkeit des Umfelds auf sich ziehen kann, ein wichtiges Mittel ist, um sich wehrhaft zu zeigen und Respekt zu verschaffen. Ein lautes „Stopp“ mit der entsprechenden Körpersprache kann Wunder wirken und man konnte beobachten, wie der ein oder die andere ein paar Zentimeter größer wurden im Zuge des neuen Selbstbewusstseins. Zu den Übungen gehörten auch Kampfsequenzen mit Helm und Schaumstoffschlägern, bei denen Regeln so eingehalten wurden, dass alle Freude daran hatten und sich in Fairness und Spaß ein wenig „auspowern“ zu können.

Zwei Mädchen in der Turnhalle mit Helmen und Schaumstoffschlägern. Im Hintergrund steht ein Mann und beobachtet die beiden.
Unter dem strengen Blick von Trainer Carsten Prüssner kämpfen zwei mit Helmen geschützte Teilnehmer*innen mit Schaumstoffschlägern.

Carsten Prüssner kommt aus dem Ju-Jutsu und ist bekannt aus seiner Zusammenarbeit mit dem DBSV, für den er ein angepasstes Programm für Menschen, die mit Sehbehinderung oder Blindheit leben, entwickelt hat.

https://www.dbsv.org/selbstverteidigung.html

Am 2. Veranstaltungstag wurde parallel zur Selbstverteidigung ein Yogakurs für Eltern angeboten. Hier hatten die Eltern die Möglichkeit, sich einmal Zeit für sich selbst und das eigene Wohlergehen zu nehmen. In der Mittagspause gab es Gelegenheit, sich auszutauschen. Wir hoffen, die Eltern haben diese Anregung gut genutzt, die von unserer pensionierten Kollegin der LVR-Johannes-Kepler-Schule Birgit Fredebeul und ihrem Partner Carsten Taudte angeboten wurde.

Alle Referent*innen wurden vom VzFS e.V. Aachen finanziert, ohne den dieses wichtige Angebot nicht hätte stattfinden können. Wir danken!